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Bizarre

Analysen des GEGENSTANDPUNKTs zu politischen und gesellschaftlichen Themen

Sendende(r): Louise Salome

Sendezeiten

Live:
3. Sonntag 18 Uhr

Wiederholungen:
4. Dienstag 9 Uhr (nur im Internet)
4. Donnerstag 12 Uhr
4. Samstag 1 Uhr















Sendungen

Sonntag, 19.03.2017


Was von Marx zu lernen w├Ąre:
Alles N├Âtige ├╝ber Arbeit und
Reichtum im Kapitalismus
 
 
Linke Parteien z├Ąhlen den Theoretiker des 19. Jahr┬şhunderts, dessen Gedanken einmal die Welt bewegt haben, zu ihrem Traditionsbestand, seine Schriften aber kennen sie nicht mehr. Marx ist heute ein toter Hund. Um so mehr als man ihn an Universit├Ąten, sofern man sich seiner erinnert, h├Âflich ins geistesgeschicht┬şliche deutsche Erbe eingemeindet ÔÇô und zwar als einen Gro├čen: Ein gro├čer Philosoph soll er gewesen sein, dem es nach Hegel noch einmal gelungen sei, dialektisch zu denken; ein gro├čer Soziologe, der ein System gebastelt habe, in dem die Gesellschaft von der materiellen Basis bis zum ├ťberbau der Ideen auf ein einziges Prinzip gebracht ist, ein gro├čer Prophet, der die Globalisierung fr├╝h vorhergesehen habe, ein gro├čer Utopist, der sich eine sch├Âne bessere Welt ausgedacht haben soll.
 
Dass Marx selbst, wenn er gefragt w├╝rde, nichts von dem genannten Gro├čen vollbracht haben wollte, ja sich dieses Lob verbitten w├╝rde, kann seine geistesgeschichtlichen Freunde nicht bremsen. Sie verzeihen ihm ja sogar, dass er Kommunist gewesen ist. Er selbst sah seine Leistung einzig und allein in dem, was der Untertitel seines theoretischen Hauptwerkes ank├╝ndigt: in der ÔÇ×Kritik der politischen ├ľkonomieÔÇť des Kapitalismus. Marx war, wenn irgendetwas, ├ľkonom. Die Wirtschaftswissenschaften allerdings haben keine gute Erinnerung an diesen Klassiker, ja eigentlich ├╝berhaupt keine. Kein Wunder. Schlie├člich hat er nicht nur die menschenfeindliche und absurde Rationalit├Ąt des Wirtschaftssystems aufs Korn genommen, das sie so vern├╝nftig finden, er hat auch ihre verst├Ąndnisvollen Theorien dar├╝ber wider- und zerlegt.
 
An dem Kapitalismus, den Marx in der Phase seines Entstehens analysierte und kritisierte, hat sich seit seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches ge├Ąndert. Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck, f├╝r den gearbeitet wird ÔÇô und das ist keineswegs ein geschickter Umweg zur besseren Befriedigung der Bed├╝rfnisse; noch immer sind die arbeitenden Menschen Kostenfaktor, also die negative Gr├Â├če des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der gr├Â├čten Quelle des materiellen Reichtums, ausschlie├člich statt, um L├Âhne zu sparen und Arbeitskr├Ąfte zu entlassen ÔÇô also um den Arbeiter ├Ąrmer zu machen.
 
Wegen dieser Aktualit├Ąt, und nur wegen ihr, verdient es der l├Ąngst verblichene Denker, dass man sich seiner erinnert. Seine B├╝cher helfen, die ├Âkonomische Wirklichkeit heute zu erkl├Ąren. Das will der Vortrag anhand von Zitaten aus dem ersten Kapitel von ÔÇ×Das KapitalÔÇť Band 1, ÔÇ×Die WareÔÇť demonstrieren. Angeboten
werden ungewohnte Gedanken ├╝ber Gebrauchswert und Tauschwert, konkrete und abstrakte Arbeit, Geld und Nutzen, Arbeit und Reichtum ÔÇô paarweise Bestimmungen, die unsere moderne Welt nicht mehr auseinander halten kann, w├Ąhrend sie tats├Ąchlich die h├Ąrtesten Gegens├Ątze enthalten. Der Vortrag wird ein
┬şf├╝hren in ÔÇ×Das KapitalÔÇť und f├╝r eine l├Ąngerfristige Kapital┬şLekt├╝re werben, zu der sich gerade ein f├╝r alle Interessierte offener Lesekreis bildet.
 
P.S.: Am Rand bleibt f├╝r Kenner eine Abgrenzung zu den Marxologen nachzutragen, die sich ausgerechnet, weil es keinen Sozialismus in der Realit├Ąt mehr gibt, zu einerÔÇ×Neuen Marxlekt├╝reÔÇť befreit und herausgefordert sehen. Sie wollen nichts mehr zu tun haben mit der Arbeiterklasse und dem Anprangern der Ausbeutung; entdecken vielmehr in allen Gegenst├Ąnden und Themen des drei b├Ąndigen Werkes eint├Ânig immer dasselbe: ÔÇ×Fetischisierte VergesellschaftungÔÇť. Sie studieren Marx, aber weniger, um der ausgearbeiteten Kritik des Kapitalismus seine Kritik zu entnehmen; sie lesen das Buch mehr als eine gelungene Antwort auf ihre Frage, warum die praktische Kritik, die der Kapitalismus verdient h├Ątte, immerzu ausbleibt. Sie erkl├Ąren nicht sich und anderen, warum die kapitalistische Wirtschaftsweise nicht zu ihnen passt und abgeschafft geh├Ârt, sondern warum sie in Gedanken und Praxis so gut zu ihr passen. Damit wollen wir nicht verwechselt werden.
 


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