Livestream

Im Moment läuft:

3 Uhr: Distinct Vibes
Bassmusik & mehr prÀsentiert von Feyd. Subwoofer or headphones recommended!

Danach läuft:

4 Uhr: Lost Park Radio
DJ T-iLL, Kid Pokuz, Find the Others werfen ein Ohr ĂŒber diverse Plattensammlungen: Survival Tipps, unnĂŒtzes Wissen, FledermĂ€use, Save the Mixtape!

5 Uhr: Lost Park Radio
DJ T-iLL, Kid Pokuz, Find the Others werfen ein Ohr ĂŒber diverse Plattensammlungen: Survival Tipps, unnĂŒtzes Wissen, FledermĂ€use, Save the Mixtape!

6 Uhr: Das knusprige Gold
Das sind die knackigen goldnen Scheiben, die tief im Unterbewusstsein des Musikliebhabers Oliver S. unter der lehmigen Schicht des Alltags schlummern und eine Stunde im Monat mal an die frische Luft dĂŒrfen, um frisch gewienert in völlig neuen ZuammenhĂ€ngen zu erstrahlen! Auch neuere und neuste FundstĂŒcke kommen zu ihrem Recht, sofern sie knusprig genug sind, natĂŒrlich...

MonatsĂŒbersicht ĂŒber alle Sendungen


Bizarre

Analysen des GEGENSTANDPUNKTs zu politischen und gesellschaftlichen Themen

Sendende(r): Louise Salome

Sendezeiten

Live:
3. Sonntag 18 Uhr

Wiederholungen:
4. Dienstag 9 Uhr (nur im Internet)
4. Donnerstag 12 Uhr















Sendungen

Sonntag, 17.10.2021


AuszĂŒge aus: Harry Rowohlt liest Aus dem Tagebuch eines Trinkers und andere Texte von Eugen Egner. Unter Mitwirkung des Autors der sich MĂŒhe gibt, nicht allzusehr zu stören. Über den Autor Eugen Egner: Aus dem Tagebuch eines Trinkers
 
Januar
28. Januar: Schlafstörungen, Kopfkissen in Wodka getrĂ€nkt. Lautes nĂ€chtliches Pfeifen lĂ€ĂŸt sich nicht lokalisieren. Gegen Morgen Heizkörper abgeschraubt, keine Änderung. In der Nacht wieder Angst, vor dem Fenster Aborigines auf Traumtröten blasen.
 
31. Januar: UnverÀndert Schlafstörungen. GlÀschen zÀhlen erfolglos. FlÀschchen Baldriantiktur (68%) ex. HÀtte sicher Schlaf gefunden, wenn sich die Nachbarskatze nicht schreiend auf meinem Gesicht gewÀlzt hÀtte. Haende gerungen. Schwedenbitter, Harndrang.
 
Februar
12. Februar: FrĂŒh zu Bett, um Mitternacht wegen Schlaflosigkeit wieder aufgestanden. Unter Zuhilfenahme aller Finger mindestens bis fĂŒnfzehn gezĂ€hlt, dabei manches Mal die Augen verdreht und den Mund verzogen. Nachbarkeller aufgebrochen, getrunken.
 
14. Februar: Teures Mittel gegen Magnesiummangel gekauft. Viel von Parallel-Universen gelesen, versucht hinzugelangen, hĂ€ĂŸlicher Sturz. Noch am Boden liegend Wunder erlebt! Verstorbener Großvater erschien, um mir Scharlachbergflasche hinzustellen. Grosse Hilfe.
 
20. Februar: Ich warf alles nach jedem. Ruhe erlangt durch Insel-Samos.
 
27. Februar: Wegen Henriette in der „Schimpansenbar“. VerbrĂŒderungsszenen im Keller, Whisky aus Schuhen, zuletzt wieder so eine dreiste Person rittlings auf mir. Nach heimischer Badewanne gesehnt (Eierlikör-Oberkörpereinreibung), spĂ€ter des Nachts urethrale Schikanen.
 
MĂ€rz
1. MÀrz: Perfekter Tag. SpÀt abends habe ich mir dann noch ein KÀsebrot geschmiert und mich draufgesetzt. Viel Wein.
 
10. MĂ€rz: Obsession beschlossen: ins Treppenhaus schleichen und das entblĂ¶ĂŸte GesĂ€ĂŸ an die WohnungstĂŒr gegenĂŒber drĂŒcken. Der vergilbte Lack muß angenehm kĂŒhl sein. Wann werde ich es zum erstenmal tun?
 
11. MĂ€rz: Obsession ist Scheiße. AnlĂ€ĂŸlich eiliger Flucht vor Nachbarin vom eigenen Schlafrock zu Fall gebracht. Liegengeblieben, totgestellt. Tiefe Scham, spĂ€ter massives Trinken.
 
19. MĂ€rz: Nachgedacht ĂŒber Worte eines Freundes: „Die Sonne mĂŒĂŸte Nachts scheinen, am Tage ist es doch sowieso hell.“. Wieder geweint. Rum.
 
April
4. April: Allein im Haus. Vorsichtig BĂ€llchen in alle Zimmer geworfen. Keine Reaktion. – Hastig getrunken, ĂŒbergeben (5x).
 
9. April: Zwecks Betrachtung des Sonnenunterganges Rangierbahnhof aufgesucht. AllergrĂ¶ĂŸtes Mitleid fĂŒr zwei alte D-Zugwagen auf dem Abstellgleis empfunden. Ihr Anblick ließ mich aufschluchzen und unter konvulsivischen Zuckungen Liter von TrĂ€nen vergießen. Erst lange nachdem man mich in eine Nachtbar fortgeschafft hatte und mir unter stetigem Einschenken gut zuredete, konnte ich nach und nach zur Ruhe kommen.
 
15. April: Wieder „Schimpansenbar“. Auf der Heimfahrt vom Taxifahrer Nottaufe erhalten. Lange gemeinsam Mond betrachtet und Geld gezĂ€hlt.
 
27. April: Haydn gehört, Flaschen leergetrunken.
 
30. April: In den „Tag der Arbeit“ hineingefeiert. Sehr viel getrunken.
 
Mai
1. Mai: Unwohlen GefĂŒhl im Magen. Trotzdem mit auf 1.-Mai-Tour. Dabei wegen Fehlschluck ins Industriegebiet gekotzt. Abends unsicherer Heimweg.
 
2. Mai: Gestern im Ärztehaus. Drei Stunden in der falschen Arztpraxis gewartet, dann versehentlich Termine beiHeilgymnastin besorgt. Panik im Treppenhaus verursacht, Hausverbot in der Apotheke. SchĂ€ndlich besoffen, beidseitiges Trommelfellflattern.
 
8. Mai: Letzten Abend mit zwei Flaschen Chianti im Opernhaus, „Orpheus und Eurydike“, sehr geschimpft. Nichts ist so ekelhaft wie Knabensopran, darĂŒber hinaus vehement bemĂ€ngelt, daß Orpheus von einer Frau (Zarah Leander?) gesungen wird. Jede Kontrolle verloren, hinausgetragen worden. Überfallkommando, sehr verstimmt, Gaderobenfrau wollte mich mit ihrer missratenen Tochter verkuppeln.
 
10. Mai: Im Kino wieder zwei Finger abgestorben. Im Foyer Hans und Rose getroffen, die sich als Junge und MĂ€dchen verkleidet hatten. Unguter Auftritt in der Bar, Notarztwagen.
 
14. Mai: Mit Henriette weißen Rheinwein probiert. In Karohemden stundenlang an der Decke gekniet. Immer gesagt: „Aufpassen, daß sich nichts verschiebt.“ (Ebenen!). Gegen Morgen heftige Oenomanie. In der Notaufnahme Akten vernichtet.
 
29. Mai: Gedicht geschrieben: „Managerschulung – ritsch ratsch reisele, geht die Welt im Kreisele“; Rotwein, in der Badewanne eingeschlafen, ProstataentzĂŒndung.
 
Juni
2. Juni: Viel Gin auf Anraten Hansens, Wasserlassen klappt besser.
 
9. Juni: Der Arzt macht mir Hoffnung; ich höre, wie die Urologen lachen. Heute zum ersten Mal versehentlich Wein in die Pfeife geschĂŒttet.
 
12. Juni: Es wird behauptet, ich hĂ€tte letzte Nacht versucht, im Schlafanzug den Straßenverkehr auf der Kreuzung zuregeln. Mißtrauen, unsicher und verkrampft getrunken.
 
18. Juni: Nervengeschichten 
 fremde Bohnen (sic!) sahen mich aus dem Spiegel an – unbedingt Abstinenz ĂŒben!
 
21. Juni: FĂŒr diesen Satz hĂ€tte ich Karl May geliebt: “ Winnetou starb, ließ sich jedoch nichts anmerken.“ Etwas geweint, Brandy durch Strohhalm.
 
30. Juni: Reimepos erwogen. Anfangs Lob der Frau, dann mĂŒĂŸte Schilderung der Begegnung mit einem Nilpferd folgen oder Himmelfahrtswitz. Schlußformel könnte sein: „Und ein nackter Mann stand tumb dabei.“ In der KĂŒche vergeblich nach Cherry-Rest gesucht, daher „Schimpansenbar“. Halmasteinchen gekotzt, Personalausweis verkauft.
 
Juli
2. Juli: Stimme aus der Steckdose gehört. Werde ich wahnsinnig? Wein, Wein.
 
11. Juli: Seit heute zwei Stimmen. Eine sagt „Puppenhuhn“, die andere „Paradieswurst“. Trotziges Trinken, aber doch Furcht.
 
12. Juli: Wenn ich J.S. Bach wĂ€re, wĂŒrde ich folgenden Satz vertonen (Kantate): „Ich bleibe oft lange auf, trinke viel und schĂ€me mich fĂŒr alle“; elterliche Hausbar vorgeknöpft, wieder Notarzt.
 
17. Juli: Nachmittags weinender Mann vor der HaustĂŒr. Wehe, wehe, ich war es selbst. Strenger Cocktail, schließlich wieder Mut. Ab 20 Uhr wieder gewissenhaft getrunken. Wohin sind die Tage, wo Wasserlassen eine SelbstverstĂ€ndlichkeit war?
 
18. Juli: Gegen Abend in völlig fremden Kleidern aufgewacht. Starker Wunsch, etwas ĂŒber Hamster zu schreiben. Persiko-Trinkkur begonnen.
 
29. Juli: Unleserliche Flammenschrift am Himmel; schon wieder diese Bolzen im Teppich. Eierlikör.
 
31. Juli: Das GerĂ€usch aneinanderklirrender Weinflaschen lockte mich gestern Abend in den Nachbargarten. ZunĂ€chst geduldet, trank ich allen sĂŒĂŸen Wein. So wie ich aber anfing, den Nachbarn von Schrödingers Katze und den Wundern der Quantenwelt zu berichten (wobei ich bedauerlicherweise bis zum Ellenbogen im Dekolltee der Tochter des Hauses stecken blieb), warfen sie mich ĂŒber die Hecke. MildtĂ€tige Zwerge fanden mich und pflegten mich in ihrer Höhle gesund.
 
August
1. August: GetrĂ€umt: nach 37 Jahren erstmals wieder aus dem Fenster geschaut. Die Landschaft hatte sich stark verĂ€ndert, der Fluß trug sogar Koteletten.
 
5. August: Mit Person, an die ich mich nicht erinnern kann (Henriette?, Hans?) irgendwie ĂŒber Land gegangen. Wir liefen bergab durch GĂ€rten hindurch. Oder dran vorbei. Wir legten uns nach reiflichen Überlegungen an den Straßenrand und versuchten zu sterben. Auf den Tod wartend schauten wir in die Luft. Die Fliegen flogen verkehrt herum und sahen aus wie große Damen. Auf dem Heimweg Glossolalie: indogermanische Trinklieder mit leicht schlĂŒpfrigen Kehrreimen. Champagner!
 
23. August: Heute den vierten Tag bei herabgelassenen Jalousien und Kunstlicht in der Wohnung, meist im Bett. Hatte mir große Inspiration von solcher Lebensweise versprochen (etwa wie H.P. Lovecraft), bis jetzt aber nur mit Voodoo-Puppen herumgefudelt. Rechter Hausschuh ins Klo gefallen. Danziger Goldwasser bis zum Erbrechen.
 
September
4. September: Seit Wochen nur ĂŒber moderne Physik und das Bermudadreieck gelesen. SpĂŒre, wie mein Leben wieder einen Halt bekommt. Im Kaufhof haben sie neue Rolltreppen. Leberwerte verheerend. Am leicht geöffneten Fenster verbrachte ich im Clubsessel sitzend eine der glĂŒcklichsten Zeitspannen meines Lebens.
 
6. September: Brief vom Wiener Verleger. Muß echt sein, Henriette sieht ihn auch. Einladung zur Lesung. Große Angst vor weiter Reise, „Mut angetrunken“, Rasierapparat und einzig gute Hose ruiniert.
 
12. September: Eine Woche lang mit Henriette verreist gewesen. Nach der RĂŒckkehr erfahren, daß wir in der Bretagne waren und nicht, wie ich irrtĂŒmlich annahm, in der Toskana. Wieso aber bekomme ich heute eine Ansichtskarte von uns aus Florenz? In Jeans Weindepot alle Reste ausgetrunken, nachdenklich.
 
14. September: Sitze im Zug nach Wien. Henriette hat AffÀre mit VHS-Kursleiter. Soll ich lieber in Wien bleiben? Habe mir elegantes Halstuch im Hemdkragen installiert. Markenwodka aus der Thermoskanne. Sehr weltmÀnnisch, jedoch Fahrkarte verloren.
 
15. September: Wieder zu Hause. Anzeigen wegen Schwarzfahrens, Beleidigung und Sachbeschaedigung. Desolater Zustand. Versucht, von Streifenpolizisten erschossen zu werden. Nur Ohrfeige erhalten. Immerzu geschrien:“ Ich sterbe, ich sterbe!“ Zur naechsten Lottoannahmestelle geschleppt, Magenbitter auf Kredit.
 
November
19. November: Durch jenseitige Beeinflussung Schlager geschrieben: „Ball-a-Ball-a-Ball-Ball-a-Ball 
 (etc.), der Blumenhund anbei, so find ich euch, dem treff ich euermaßen an (quella) – Kwu KwĂ€ck-Ball-a-Ball-a-Ball-a-Ball 
 (etc.) Und die HirtenmĂ€dchen lesen: So bist du du du mit deinem Blarr Blamm Blumenhund (wiederholen)“ Mit abnehmenden Flascheninhalt kristalliert sich die Melodie heraus. Erregt, Zierleisten abgebrochen.
 
28. November: Religiöser Exzess, Hausrat auf die Straße gestellt. Schlaflos, brĂŒnstige Abstinenz.
 
29. November: Zwangsvorstellungen bezĂŒglich Nachfolge Christi sind abgeklungen. Viehisch besoffen.
 
Dezember
1. Dezember: Unbekannte Frau in der FußgĂ€ngerzone verbot mir, in ihren Armen zu sterben. Wenig schöne Szene. Danach GlĂŒhwein und rĂŒcksichtslose Kirchenkritik auf dem Weihnachtsmarkt. SchĂŒrfwunden.
 
3. Dezember: Im Keller sitzen seit ein paar Tagen zwei alte MĂ€nner unter einer Abdeckplane und essen schreckliche Butterbrote. Zwischendurch gehen sie hinaus (in Unterhemden) und schlagen mit grossen HĂ€mmern auf die Treppe. Betroffenheit meinerseits, nicht lĂ€nger vor marokkanischem Wein zurĂŒckgeschreckt. Wadenkrampf.
 
28. Dezember: Alkohol wirkt nicht mehr bei mir. Vor einer Stunde Gift genommen. EnttÀuschung: es wirkt auch nicht, Scheisse !!


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Interpret Titel Album

Eugen Egner Aus dem Tagebuch eines Trinkers Aus dem Tagebuch eines Trinkers
Musik: Mono fĂŒr Alle!
Wiglaf Droste, Rayk Wieland, F.W. Bernstein Der BÀr auf dem Försterball; Hacks und Anverwandtes Der BÀr auf dem Försterball; Hacks und Anverwandtes


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