Livestream

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Band-Portraits von Musiker*innen außerhalb des Bermuda.Dreiecks .... Kein Mainstream, kein Kommerz, aber gute Musik ... Nachlese ist eine Nachlese mit GĂ€sten aus der Sendung MusikLokal ...

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RĂŒckblick auf die Lesungen beim SEE DER SINNE am 20.9.2018 in Hemsbach, mit Ausschnitten   von und mit Friedhelm Schneidewind   – Friedhelm Schneidewind liest aus seiner Epis...

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Das regionale Infomagazin peilt die neuesten Entwicklungen und skurrile NebensÀchlichkeiten im bermuda.dreieck an und ortet Highlights.

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Basslastige Offbeat-Musik aller Spielarten. Der DJ zieht Verbindungsstrippen quer durch alle musikalischen Genres, ordnet ein, klÀrt auf. Von Rocksteady bis Rockers, von Ska bis Rub-A-Dub. Easy Killer - Dub Me Von Herzen.

MonatsĂŒbersicht ĂŒber alle Sendungen


Bizarre

Analysen des GEGENSTANDPUNKTs zu politischen und gesellschaftlichen Themen

Sendende(r): Louise Salome

Sendezeiten

Live:
3. Sonntag 18 Uhr

Wiederholungen:
4. Dienstag 9 Uhr (nur im Internet)
4. Donnerstag 12 Uhr
4. Samstag 1 Uhr















Sendungen

Sonntag, 16.09.2018


DAS KAPITAL von KARL MARX Eine EinfĂŒhrung
 
"Der Brief an den "lieben Frederick" endet mit den Worten: "Ich habe heute 48 Bogen erhalten. Diese Woche wird also die Scheiße fertig."
 
Die "Scheiße" - das war der erste Band von "Das Kapital", 800 Seiten Manuskript, 48 Druckbögen. Das Buch erschien einen Monat spĂ€ter, am 14. September 1867 im Verlag Otto Meißner in Hamburg, gedruckt wurde es in der Druckerei Otto Wigand in Leipzig. Vier Jahre brauchte der Verlag, bis er die ersten 1000 Exemplare verkauft hatte. Den zweiten und dritten Band brachte Friedrich Engels erst nach Marx' Tod 1883 heraus."
 
Ist „Das Kapital“ – genau genommen vor 151 Jahren erstmals veröffentlicht – von Karl Marx einmal Gegenstand an deutschen Hochschulen, dann herrscht im Lehrbetrieb in der Regel folgende Betrachtungsweise vor: Seine Kapitalismuskritik mag historisch ihre Berechtigung gehabt haben. Doch da die Prophezeiung vom Untergang des Kapitalismus einfach nicht aufgegangen ist und auch der Sowjetkommunismus die Segel streichen musste, fĂ€llt die Befassung mit diesem Werk in die Abteilung Wissenschaftsgeschichte‘.
 
Um nĂŒtzlich ausgebildete Ökonomen*innen bemĂŒhte Hochschullehrer*innen lehren dagegen heute, dass der Kapitalismus, besser: die soziale Marktwirtschaft KlassengegensĂ€tze und die Ausbeutung a la Manchesterkapitalismus ĂŒberwunden hat. Der Markt, das erfĂ€hrt man ĂŒbrigens schon in der Schule, steht heute jedem BedĂŒrfnis offen. Mit dem Geld hat man das Mittel, sich auf ihm in der Warenwelt zu bedienen. NatĂŒrlich muss man sich das Geld erst verdienen. Vom Himmel fĂ€llt es nicht. Das verschweigen auch die gelehrten Ökonomen*innen nicht. Doch dafĂŒr – wissen sie – ist unsere freie und gerechte Gesellschaft als Leistungsgesellschaft eingerichtet, in der letztlich jeder nach seiner Anstrengung verdient, was er verdient.
 
Bereits ein Blick auf die kapitalistische RealitÀt lÀsst erhebliche Zweifel an der Stimmigkeit dieser Urteile aufkommen:
 
– Wie kann das Geld ein Mittel sein, das den Konsumenten*innen gemĂ€ĂŸ ihrer BedĂŒrfnisse zur VerfĂŒgung steht, wenn die meisten von ihnen permanent ĂŒber Geldmangel klagen. Wenn sogar offiziell von Kinder-, Jugend-, Single- und Altersarmut die Rede ist?
 
– Wie steht es mit dem Geldverdienen, wenn die Einrichtung von Niedriglohnsektoren das Mittel der Konkurrenz zwischen Nationalökonomien ist? Wird in diesen Sektoren denn nichts geleistet?
 
– Und was ist der Prognose zu entnehmen, dass die Zukunft dieser Ökonomie, gefasst als „Industrie 4.0“, fĂŒr große Teil der einkommensabhĂ€ngigen Menschheit ĂŒberhaupt keine Verdienstquelle mehr bereit stellt?
 
Dabei kann eines gar nicht bestritten werden: In der Marktwirtschaft ist jedermann die freie BedĂŒrfnisbefriedigung erlaubt. In der Tat ist das Geld das Zugriffsmittel, mit dem sich der Warenreichtum dem BedĂŒrfnis erschließt. Nur: Man muss es eben haben und möglichst in einer QuantitĂ€t, die es erlaubt, das Leben gemĂ€ĂŸ der privaten WĂŒnsche einzurichten. Und genau da liegt der Haken: Das Geldverdienen ist fĂŒr die Mehrheit der BedĂŒrftigen unter Bedingungen gesetzt, die sie selbst gar nicht in der Hand haben.
 
Was es mit Geld und Ware, Eigentum und Tausch, dem Geldverdienen der Leute mit und ohne eigene Einkommensquelle auf sich hat, soll im Vortrag geklĂ€rt werden. Es wird dabei eine Kritik vorgestellt, die von den Erfahrungen ausgeht, ohne die in dieser Marktwirtschaft kein Mensch sein Leben und Überleben organisieren kann. Eine NacherzĂ€hlung der Argumente aus dem „Kapital“ von Marx sollte man deswegen nicht erwarten.




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