Livestream

Im Moment läuft:

0 Uhr: Der rote Faden
Er zieht sich durch Nettes und SchrĂ€ges, mal lauter, mal leiser, wenn er nicht reißt oder verloren geht. Die fadenscheinige Musiksendung fĂŒr Wachgebliebene!

Danach läuft:

1 Uhr: Das knusprige Gold
Subba PlÀilist...

2 Uhr: ensonify.fm
ensonify.fm ist ein Antidoton zur tĂ€glichen ReizĂŒberflutung – fĂŒr die Feierabendzeit, fĂŒrs Wochenende, zum Runterkommen, zum Aktuelles und Neues und Altes entdecken, fĂŒrs aktive Hören, zum Nebenbei-Laufen-Lassen, zum gemeinsamen Kochen, zum drĂŒber Sprechen, zum Eindösen oder Aufwachen.

3 Uhr: contra.funk
Sendung des Autonomen Zentrums (im Exil) Heidelberg mit Infos zu politischen und kulturellen Themen, Aktionsberichten, Terminen und Musik.

MonatsĂŒbersicht ĂŒber alle Sendungen


Bizarre

22.02.2024 - 12 Uhr: Bizarre



22.02.2024 - 13 Uhr: Bizarre



Analysen des GEGENSTANDPUNKTs zu politischen und gesellschaftlichen Themen

Sendende(r): Louise Salome

Sendezeiten

Live:
3. Sonntag 18 Uhr

Wiederholungen:
4. Dienstag 9 Uhr (nur im Internet)
4. Donnerstag 12 Uhr

Sendungen

Sonntag, 18.02.2024


'Bedingunslose SolidaritĂ€t mit Israel?' Die Karte stellt einen Vorschlag fĂŒr Gerechtigkeitsfanatiker dar: 'Ja, aber auf Kosten derer, die in der Schuld der Wiedergutmachung an den Juden stehen ...'
 
In meiner Sendung stelle ich Herbert Auinger's BeitrÀge zum Thema 'VergangenheitsbewÀltigung' in seiner Reihe 'Kein Kommentar' auf der Sendeplattform cba.media/648524 vor. Eine etwas andere Betrachtung des Themas.
 
„Seitdem mit der Revision des fĂŒr die deutsche Nation schlimmsten Kriegsergebnisses, ihrer Aufteilung, jede wirkliche Betroffenheit durch das vergeigte Welteroberungsunternehmen der Nazis glĂŒcklich abgeschĂŒttelt ist, gefĂ€llt sich Deutschland geradezu in einer moralisch-Ă€sthetischen Betroffenheit durch die GrĂ¶ĂŸe der von den Nazis verĂŒbten Untaten. An die wird nicht mehr pflichtschuldigst erinnert, sondern im forschen Selbstbewußtsein, dass aus der Distanzierung von ihr nichts anderes zu folgen hat als der allseitige Respekt vor einer dermaßen gelĂ€uterten Nation. Als solche beansprucht Deutschland aus der Position des moralischen Richters die Interpretationshoheit ĂŒber die ‘Verbrechen des NS-Staates’. Die ĂŒbt es aus, indem es den Konzentrationslagern und Gaskammern eine Deutung verleiht, in der es als das politische Subjekt, das die Ausrottung des zum Feind des deutschen Volkes erklĂ€rten ‘internationalen Judentums’ betrieben hat, nicht mehr vorkommt; mit der es sich dafĂŒr umso mehr als das hochanstĂ€ndige Staatswesen in Szene setzt, das nachtrĂ€glich die ‘menschlichen Schicksale’ nicht in Vergessenheit geraten lĂ€ĂŸt. Ein ‘Holocaust’ soll da auf seinem Boden passiert sein. Diese offiziell gĂŒltige Sprachregelung hĂ€lt sich an die Opfer, an die Identifizierung mit ihren Leiden, sowie an den Abscheu vor einem ‘Verbrechen gegen die Menschlichkeit’, das bis heute ‘unerklĂ€rlich’ sein soll. Sie legt den Opfern des deutsch-nationalen Rassismus eine quasi religiöse, in ihrem Glauben begrĂŒndete Opferrolle bei, den TĂ€tern anstelle ihrer wirklichen national-rassistischen BeweggrĂŒnde eine völlig apolitische Grausamkeit; die zynische Metapher vom ‘Leidensweg des jĂŒdischen Volkes’ entpolitisiert so Tat wie TĂ€ter, indem sie beides ins letztlich nur religiös-metaphysisch Fassbare verlegt. Nach 50 Jahren ‘VergangenheitsbewĂ€ltigung’ hat es Deutschland dahin gebracht, aus diesem StĂŒck seiner Nationalideologie jedes Moment von nationaler Schmach zu tilgen und aus dem ihm zugrundeliegenden politischen Tatbestand ein hemmungsloses Eigenlob zu verfertigen. 
 Das RĂ€tsel, wie eine Nation einem historischen Ereignis ein Denkmal setzen kann, das als ihre grĂ¶ĂŸte nationale Schandtat in die Geschichte eingegangen ist, ist damit nĂ€mlich keines mehr: Das Denkmal wird nicht der nationalen Schande, sondern ihrer erfolgreichen BewĂ€ltigung gesetzt. 
 Eine durch und durch edle Tat wird da auf den Weg gebracht, die selbstverstĂ€ndlich auf den verweist, der sie ins Werk setzt. NĂ€mlich auf die Nation, die neulich fĂŒr das Anfallen der Leichen gesorgt hat. Die leistet sich 50 Jahre ‘danach’ eine wahrlich souverĂ€ne Geste der Wiedergutmachung: Nicht etwa deswegen, weil sie einer an sie gerichteten Forderung auf Begleichung einer Schuld nachzukommen hĂ€tte, sondern aus freiem Entschluss, also einzig und allein, weil sie sich das schuldig ist, verneigt sie sich vor ihren Opfern. Mit diesem symbolischen Akt gibt sie ihnen zurĂŒck, was sie ihnen der hochmoralischen EinschĂ€tzung ihrer eigenen Taten zufolge genommen hat. NĂ€mlich nicht bloß so banale Dinge wie Leben und Zahngold, sondern ihre Ehre. Dieses sittliche VerhĂ€ltnis der Nation zu ihren Völkermordopfern wird repariert – durch die Nation selbst, die offensichtlich nach wie vor dafĂŒr zustĂ€ndig ist, das hohe Gut der Ehre den Landesbewohnern – vergangenen wie gegenwĂ€rtigen, wirklichen wie nurmehr virtuellen – zuzuteilen, ihnen gegenĂŒber ihre Anerkennung auszusprechen.“ Damit „macht Deutschland klar, dass es seine Hoheit ĂŒber Ehren-, Anerkennungs- und Opferfragen fraglos richtig zu gebrauchen weiß – nĂ€mlich andersherum als neulich, wo es ihm um die Eliminierung der falschen ‘Rasse’ ging. Und keine Stimme meldet sich, die im Namen der Opfer dankend darauf verzichtet, von dieser Nation geehrt zu werden.“
 
 
de.gegenstandpunkt.com/artikel/holocaust-mahnmal




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